Am letzten Juni-Wochenende traf sich die deutsche Motorradtrial-Elite im Spessart bei den Motorsportfreunden Frammersbach zu den ersten beiden Läufen zur Deutschen Trial-Meisterschaft 2022. Das Organisationsteam rund um den 1. Vorsitzenden Rudi Friedel hatte für beide Tage 15 Sektionen vorbereitet, die von den mehr als 90 Fahrerinnen und Fahrern pro Tag zweimal durchfahren werden mussten.

Am Freitagabend startete das Wochenende mit der Papierabnahme, bei der die Nennformulare und Lizenzen überprüft und die Startnummernleibchen ausgegeben wurden. Anschließend ging es mit der technischen Abnahme weiter, bei der die eingesetzten Motorräder und die Sicherheitsausrüstung der Fahrerinnen und Fahrer kontrolliert und markiert wurde.

Anspruchsvolle Sektionen am Sauerberg

Nach der Fahrerbesprechung und einem Gruppenfoto gingen die ersten Fahrerinnen und Fahrer ab 10 Uhr auf die Strecke, die trotz der Regenfälle am Freitagabend in einem griffigen Zustand war. Gestartet wurde in zwei Startgruppen, das heißt pro Minute sind zwei Teilnehmer/innen gestartet, um die 15 Sektionen unter die Räder zu nehmen. Um Staus und Wartezeiten an den Sektionen zu vermeiden, begann eine Startgruppe an der ersten Sektion und die andere Startgruppe begann an Sektion 8. Die Sektionen müssen zwingend in der Reihenfolge gefahren werden. Nach der ersten Sektion etwas unterhalb vom Startbereich ging es für zwei Sektionen in das Außengelände, das etwa einen Kilometer vom gewöhnlichen Trainingsgelände entfernt liegt. Auf dem Rückweg erwartete die Fahrerinnen und Fahrer mit Sektion 4 eine klassische Steilhangsektion ohne große Stufen aber mit anspruchsvollen Kurven und steilen Auffahrten. Anschließend waren die Sektionen im gewohnten Trainingsgelände der Motorsportfreunde Frammersbach am Sauerberg verteilt. Die Mischung aus großen Steinen, engen Kurven und den Hangauffahrten bot den Fahrerinnen und Fahrern selektive, anspruchsvolle Sektionen. Am Samstagabend wurden einige Sektionen umgebaut und für den zweiten Lauf zur Deutschen Trial-Meisterschaft vorbereitet. Neben den etwas veränderten Sektionen erwarteten die Fahrerinnen und Fahrer am Sonntag fünf neue Sektionen.

Kadlec und Wachs dominieren in Frammersbach

In der Klasse 1, Deutsche Trial-Meisterschaft, gingen an beiden Tagen 16 Fahrer an den Start. Hier mussten einige meterhohe Hindernisse überwunden werden, was den Zuschauerinnen und Zuschauern den Atem stocken ließ. Der amtierende Deutsche Meister und Seriensieger Franz Xaver Kadlec vom AMC Holzkirchen setzte sich am Samstag mit 13 Strafpunkten gegen Joschka Kraft vom MSC Welschensteinach e.V. (25 Strafpunkte) und Jonathan Heidel (40 Strafpunkte) vom AMC Amtzell e.V. durch. Am Sonntag konnte Franz Xaver Kadlec (13 Strafpunkte) seinen Sieg vom Vortag wiederholen und gewann die Klasse vor Paul Reumschüssel vom MSC Freier Grund e.V. mit 24 Strafpunkten. Dritter wurde Joschka Kraft (36 Strafpunkte).

An beiden Tagen unschlagbar: Franz Xaver Kadlec vom AMC Holzkirchen e.V.

Bei den Damen setzte sich am Samstag Lokalmatadorin Vivian Wachs von den Motorsportfreunden Frammersbach e.V. gegen ihre zehn Kontrahentinnen durch und gewann die Klasse 1, Deutsche Frauen-Trial-Meisterschaft, mit 19 Strafpunkten. Theresa Bäuml vom AC Mayen e.V. wurde mit 44 Strafpunkten Zweite. Dritte wurde die amtierende Deutsche Meisterin Jule Steinert vom MSC Jura Heideck e.V. mit 46 Strafpunkten. Die Besetzung des Podiums blieb bei den Damen am Sonntag unverändert. Vivian Wachs sicherte sich in einem spannenden Dreikampf in den letzten drei Sektionen den Sieg mit 18 Strafpunkten vor Theresa Bäuml (20 Strafpunkte) und Jule Steinert (21 Strafpunkte).

Den DMSB-Trial-Cup, Klasse 2, entschied Sandro Melchiori von der Motorsportvereinigung Hammelbach e.V. mit 33 Strafpunkten für sich. Auf dem zweiten Platz landete Moritz Voigt vom MSC Schorndorf e.V. mit 56 Strafpunkten. Das Podest der Klasse 2, in der 14 Fahrer an den Start gegangen sind, komplettierte am Samstag Milan Schmüser vom MSV Preetz e.V. mit 62 Strafpunkten. Mit 18 Strafpunkten konnte Sandro Melchiori auch am Sonntag die Klasse 2 gewinnen. Auf dem zweiten Rang kam Philipp Mackroth vom MSC Werl e.V. (38 Strafpunkte) ins Ziel. Moritz Voigt (44 Strafpunkte) rutschte am Sonntag einen Platz zurück und wurde Dritter.

In der Klasse 3, DMSB-Trial-Pokal, starteten am Samstag 25 Fahrer. Mathias Becker vom MC Gräfenroda e.V. sicherte sich mit 21 Strafpunkten den Sieg vor Fabio Sacht vom Heider Motorrad-Club e.V. (23 Strafpunkte) und Patrik Wleklik vom MC Ruhrtal e.V. mit 48 Strafpunkten. Am Sonntag gewann Fabian Fenner vom MSC Bielefeld-Sieker (9 Strafpunkte) die Klasse 3. Fabio Sacht wurde mit nur einem Strafpunkt mehr Zweiter. Der Vortagessieger Mathias Becker vervollständigte das Podest mit 14 Strafpunkten.

Der DMSB-Trial-Senioren-Pokal (Klasse 4) fährt seit dieser Saison in gemischten Sektionen aus der grünen, der blauen und einer weißen Spur. In dieser Klasse starteten am Samstag zehn Fahrer. Alois Thoma vom TUS Fürstenfeldbruck e.V. siegte mit 48 Strafpunkten vor Ralf Dümmel vom MSC Frickenhausen e.V. (50 Strafpunkte) und Kai-Christian Oberst vom MSC Hermannstein e.V. mit 56 Strafpunkten. Am Sonntag siegte in dieser Klasse Andreas Röll vom AC Bensheim e.V. (19 Strafpunkte) vor Sascha Hanning (24 Strafpunkte) vom MSC Leopoldshöhe e.V. und Alois Thomas mit 26 Strafpunkten.

Die Klasse 5, DMSB-Trial-Ü50-Senioren-Pokal, wurde im Zuge der Aufwertung der Klasse 4 neu ausgeschrieben. Hier gewann am Samstag Matthias Waldi vom MSC Schatthausen e.V. mit 54 Strafpunkten. Er setzte sich gegen das sechsköpfige Fahrerfeld in der Klasse durch, die ebenfalls ausschließlich die grün gekennzeichneten Spuren fährt. Uwe Albertsmeier vom MSC Wüsten e.V. wurde mit 69 Strafpunkten Zweiter. Dritter wurde Mathias Hold vom MC Wismar e.V. mit 71 Strafpunkten. Der Sieg in der Klasse 5 ging am Sonntag mit 25 Strafpunkten an Torsten Schumann vom MSC Weser-Solling e.V., der sich gegen Matthias Waldi (39 Strafpunkte) und Peter Mohr vom MC Neuburg e.V. mit 48 Strafpunkten durchsetzen konnte.

In der Klasse 6, Open-Pokal, starteten am Samstag zwölf Fahrerinnen und Fahrer in die mit grünen Pfeilen gekennzeichnete Spur. Mit 42 Strafpunkten gewann Lars Will vom MSC Schorndorf e.V. vor Jessica Wulf mit 47 Strafpunkten und Victor Böhmert (beide MC Ebstorf e.V.). Sonntags konnte Jessica Wulf ihre Leistung vom Vortag nochmals verbessern und siegte mit 29 Strafpunkten vor Steffen Unser (33 Strafpunkte) vom MSC Jura Heideck e.V. und Victor Böhnert (38 Strafpunkte).

Der aktuelle Meisterschaftsstand und die Ergebnisse sind auf Trial-Live.de veröffentlicht.

Aktueller Meisterschaftsstand

Ergebnisse

Bilder vom Samstag (Photo by Sergio)

Fotos vom Sonntag (Photo by Sergio)

Am 16. und 17. Juli finden die nächsten beiden Läufe zur Deutschen Trial-Meisterschaft beim MSC Amtzell im Allgäu statt. Wer bis dahin noch mehr internationalen Trialsport erleben möchte, kann eine Woche vorher bei der Trial-WM in Neunkirchen im Siegerland das Können der Fahrerinnen und Fahrer bestaunen.

Wir freuen uns auf die kommenden Läufe zur Trial-DM 2022 und möchten uns an dieser Stelle bei allen Seriensponsoren (Jitsie, Crazy Monkey Condoms, PWS OffroadTrial MagazineWünsch AG) für die tolle Unterstützung bedanken.

Text: Sandro Melchiori, DMV Medien
Fotos: DMV Medien